Orientierung vor Ort - Verkehr

24Okt2019

Anmerkung: Die folgenden Texte sollen meine Erlebnisse wiederspiegeln, können jedoch nicht universell für das Land Kambodscha, seine Einwohner oder Kultur stehen. Eine rein objektive Sichtweise kann ich daher nicht erreichen.

24/10/19

Darüber wie man sich in Kambodscha zurechtfinden wird habe ich mir im Vorfeld ehrlich gesagt fast gar keine Gedanken gemacht und vielleicht werde ich in Zukunft noch mehr über diese Thematik schreiben können.

Glücklicherweise wurden wir an den ersten Tagen im für mich neuen Land von unseren Koordinatoren gut an die Hand genommen und wir haben zudem super Tipps von einer Mitfreiwilligen bekommen, die Kambodscha schon mal bereist hatte. Auch nach der Ankunft in der neuen Stadt wurden wir in der ersten Zeit immer von unseren Direktoren und Mitarbeitern unterstützt, uns die Stadt gezeigt und der Verkehr erklärt.

Als Fahrradfahrer ist es eigentlich nur wichtig immer am Straßenrand zu fahren und sonst eigentlich den Motofahrern das meiste nachzumachen. Anfangs waren wir noch vorsichtig was das Fahren mit dem Fahrrad angeht, aber inzwischen wird der Weg zum Institut schon im Schlaf zurückgelegt.

Neben dem Fahrrad sind für die Fortbewegung vor allem Apps nützlich, mit denen man ein Tuktuk oder eine Rikscha bestellen kann. Dabei wird über die App der Preis ausgehandelt und man muss nicht erst mit dem Fahrer abmachen, wie viel man für die Fahrt zahlen soll. Eine Rikscha ist in der App günstiger als ein Tuktuk, allerdings sollte man mit mehreren Personen lieber ein Tuktuk nehmen. Bisher haben wir nur ein Mal eine Fahrt ohne diese App gemacht und haben dabei unverhältnismäßig viel bezahlt – und somit daraus gelernt. Allerdings ist es ein Unterschied ob man die App in einer großen Stadt oder eher kleineren Stadt wie Kampong Cham verwendet. Anders als in Phnom Penh muss man hier manchmal etwas länger auf die Rikscha warten und Fahrten werden leider oft von den Fahrern storniert, sodass man wieder eine neue Bestellung abschicken muss. Da man aber ohnehin erst nach der erfolgten Fahrt zahlt, ist es zwar etwas nervig, aber nicht weiter schlimm und inzwischen habe ich mich schon an das Warten gewöhnt.

Für solche Fahrten ist es hier in Kampong Cham gut ein paar Vokabeln wie tonlé, psar und wat nokor bachey zu kennen, da die Fahrer trotz der Angabe in der App nochmal fragen, wo es hingehen soll. Mithilfe dieser Worte gelangt man zum Stadtzentrum am Fluss (tonlé), zum Markt und mit dem anderen kommen wir wieder in Richtung unseres Hauses.

Um weitere Busfahrten anzutreten, kann man entweder zu einer der vielen Verkaufsstellen in der Innenstadt gehen, wo man von Kampong Cham aus in viele andere Städte reisen kann. Die Verbindung nach Phnom Penh ist wirklich gut und von einer Busagentur fährt bis zu sechsmal am Tag ein Bus in die Hauptstadt. Zudem ist es möglich die Tickets online über eine Website zu buchen. Dort erhält man einen besseren Überblick über die Preise und Busse. Bisher sind wir meistens mit einem kleinen Bus, in den acht Fahrgäste passen gefahren und einmal auch mit einem großen Nachtbus von Phnom Penh wieder zurückgefahren.

So ein Nachtbus wirklich praktisch, da es dort für jeden Fahrgast einen Schlafplatz mit Decke gibt. Ich bin leider etwas zu groß dafür, weshalb ich meine Beine nicht ganz ausstrecken kann, aber das letzte Mal konnte ich trotzdem gut schlafen. Bei unserer ersten nächtlichen Fahrt mit diesem Bus haben wir etwas zu früh in Kampong Cham gehalten und es wurde weder das Licht angemacht noch gesagt, dass wir uns bereits in der Stadt befinden. Wir dachten deshalb, dass vielleicht zuerst etwas ausgeladen wird, bevor die Fahrgäste aussteigen dürfen. Da haben wir leider falsch gedacht und der Bus hat seine Fahrt mit uns an Bord fortgeführt. Als der Bus aber über die kizuna bridge fuhr wussten wir, dass wir sofort aussteigen müssen, wenn wir nicht in einer anderen Stadt oder sogar Provinz landen wollen. Da die Brücke 1.5 Kilometer lang ist, kamen mir mit jedem zurückgelegten Meter Bedenken, ob wir wohl noch vor dem nächsten offiziellen Stopp aussteigen können. Nach ein paar Verständigungsschwierigkeiten wurden wir dann aber ohne Probleme auf der östlichen Flussseite des Mekong herausgelassen, was schon kein Stadtgebiet von Kampong Cham mehr ist. Den Punkt habe ich als Ortsangabe für diesen Artikel auf der Karte markiert. Glücklicherweise befand sich an dieser sonst unbeleuchteten Stelle ein Hotel, welches noch offen hatte. Dort haben wir dann eine Rikscha gerufen, welche uns nach etwas Mühe mit den Bestellungen endlich nach Hause brachte. Dieses Ereignis hat uns dann gelehrt immer darauf zu achten, wie nah man sich schon am Zielort befindet und nicht zu lange mit dem Aussteigen zu warten.

Generell kann man hier natürlich auch wie in Deutschland immer zu google maps greifen, wenn man den Weg nicht kennt. Als Fußgänger fällt man in Kampong Cham abseits von der Riverside und den Märkten eher auf und hätte ich hier ein Moto würde ich vermutlich auch die meisten Wege damit zurücklegen. Ich denke, dass mir die Orientierung in einer größeren Stadt vielleicht etwas schwerer fallen würde, weshalb ich froh bin, mich hier schon wirklich gut auszukennen und auch das tägliche Fahren zur Einsatzstelle – vorbei an Tempeln und viel Grün - so zu genießen.

Ausflug zu Phnom Srei und Phnom Pros

17Okt2019

  • Anmerkung: Die folgenden Texte sollen meine Erlebnisse wiederspiegeln, können jedoch nicht universell für das Land Kambodscha, seine Einwohner oder Kultur stehen. Eine rein objektive Sichtweise kann ich daher nicht erreichen.

12/10/19

Am letzten Wochenende haben wir beschlossen etwas aus der Stadt herauszufahren, um die Tempelanlagen phnom srei und phnom pros zu besichtigen. Übersetzt kann man von einem Frauen- und einem Männerhügel sprechen.

Der Legende nach gab es einen Wettstreit darum, ob die Frauen oder Männer vorm Sonnenaufgang den höheren Hügel errichten könnten. Die Frauen entfachten nachts ein Feuer, um ihre Gegner auszutricksen: die Männer dachten deshalb nämlich, dass sie aufgrund des „Sonnenaufgangs“ mit dem Bauen aufhören müssten - soweit die Erzählung, aber tatsächlich ist der phnom srei der höhere von beiden Hügeln.

Mit unseren Fahrrädern haben wir ungefähr zwanzig Minuten gebraucht, wobei wir einfach nur der National Road #7 folgen mussten. Ich finde es wirklich sehr angenehm mit dem Rad in unserer Stadt und dem umliegenden Gebiet unterwegs zu sein. Der Verkehr ist gut zu überblicken und es ist in den meisten Fällen auch nicht zu voll auf den Straßen.

Nachdem wir unsere Fahrräder am Fuß des phnom pros abgestellt hatten, gingen wir zu Fuß zunächst zum wat sovan kiri rotanak phnom pros. An dieser Pagode gab es neben der beeindruckenden Architektur und den langsam vertraut werdenden Ornamenten und umliegenden stupa, eine neue Erfahrung für uns: Affen. Die freilaufenden Tiere mal so nah zu sehen, war wirklich eine schöne Erfahrung, wobei wir natürlich auch aufpassen mussten. Wir wurden darauf hingewiesen, dass die Affen eventuell beißen können, wenn sie sich angegriffen fühlen. Ein guter Abstand zu den Affen war mir deshalb sehr wichtig. An kleinen Verkaufsständen kann man neben Getränken auch Früchte für die Affen erwerben. Das haben wir allerdings nicht gemacht, sondern den Tieren einfach nur beim Verspeisen ihrer Früchte und beim Klettern in den Bäumen oder auf Motos zugesehen.

Von dort aus sind wir über eine Treppe zum phnom pros gelangt, wo wirklich so beeindruckende Bauten und Statuen zu sehen waren. Neben vielen großen goldenen Buddha-Statuen gab es dort auch mehrere kleine Gebäude, sehr viele Bäume und bunte Büsche zu sehen. Dort hat mir vor allem die Bücherei: das rote Gebäude, auf dessen Dach ein großer Kopf erbaut ist. Dieser erinnerte mich stark an bayon in angkor wat. Das war wieder eine sehr gute Einstellung auf den hoffentlich baldigen Besuch von diesem Weltwunder. Ich war schon von diesem Bauwerk so fasziniert und muss mich deshalb langsam auf diese riesigen Tempelanlagen vorbereiten, indem wir vorher kleinere Pagoden besuchen. Ich bin wirklich so froh die Möglichkeit zu haben, diese wunderbaren Plätze besichtigen zu können.

Auf dem Weg vom einem zum anderen Hügel waren einige Kühe am Wegrand und Affen in den Bäumen zu sehen. Wenn wir zur Arbeit fahren, sehen wir auch oft Kühe entlang unseres Weges und an einem Tag waren sie sogar auf dem Institutsgelände; aber die Affen so nah und frei lebend zu sehen, war wirklich eine bleibende Erinnerung für mich.

Phnom srei liegt nur unweit des anderen Hügels und ist über eine lange Treppe zu erreichen. Auf dem Geländer der Treppe befinden sich jene Drachen, die ich bisher vor jedem buddhistischen Tempel gesehen habe. Schon beim Besteigen des Hügels hat man die Gelegenheit die tolle Landschaft unserer Provinz zu sehen. Oben angekommen findet man einen kleinen Tempel und schöne Frangipani-Bäume vor, allerdings ist vor allem die Aussicht atemberaubend und wir haben oben einfach nur den weiten Blick über die grüne Landschaft genossen.

Jedoch hatte der schöne Ausflug leider auch einen Dämpfer. Als ich abends nochmal etwas zu den Tempeln recherchieren wollte, habe ich erfahren, dass genau zwischen diesen beiden Hügeln die killing fields von Kampong Cham liegen. Leider konnte ich bis jetzt nichts Genaueres darüber herausfinden, aber ich werde an dieser Stelle darüber schreiben, sobald ich durch gute Quellen mehr dazu erfahren habe. Allerdings war es ein seltsames Gefühl sich so über die Aussicht gefreut zu haben und im Nachhinein zu erfahren, welche Gräueltaten wahrscheinlich genau dort verübt worden sind.

Erste Zeit in Kampong Cham

04Okt2019

 Anmerkung: Die folgenden Texte sollen meine Erlebnisse wiederspiegeln, können jedoch nicht universell für das Land Kambodscha, seine Einwohner oder Kultur stehen. Eine rein objektive Sichtweise kann ich daher nicht erreichen.  

 12/09/19 - 04/10/19

Die Fahrt in die Stadt, in der meine Einsatzstelle liegen wird, dauert von Phnom Penh ungefähr 2.5 Stunden. Als wir zum ersten Mal aus Phnom Penh herausfuhren, wurden mir die Dimensionen der Stadt mit zwei Millionen Einwohnern (2019) erst bewusst. Während der Zeit in Phnom Penh haben wir uns mehr oder weniger in nur einem Stadtteil aufgehalten, weshalb ich erst bei der Fahrt nach Kampong Cham andere Teile der Stadt sah. Wie im letzten Blogartikel erwähnt fehlt mir in Großstädten oft die Natur; deshalb war es so schön endlich mal die Landschaft Kambodschas außerhalb von Phnom Penh zu sehen. Fast die gesamte Fahrt über habe ich deshalb aus dem Fenster geguckt, um möglichst viele neue Eindrücke zu sammeln.

Kampong Cham ist eine Stadt, die am Mekong in der gleichnamigen Provinz liegt. Die Stadt ist deutlich kleiner als Phnom Penh, was ich sehr angenehm finde. Als wir ankamen, betrug der Wasserspiegel des Mekongs fast 16 Meter, wodurch für mich beinahe der Eindruck entstand, dass wir am Meer wären. Inzwischen ist er auf ungefähr 12 Meter abgesunken, da es in der letzten Zeit nicht mehr so viel geregnet hat. Die Promenade entlang des Flusses ist sehr schön und wir waren dort schon oft spazieren. Ähnlich wie die Riverside in Phnom Penh lädt sie dazu ein, sich dort mit Freunden zu treffen, zu essen oder einfach nur den Blick auf den Mekong zu genießen. Dort gibt es schöne bunte Bepflanzungen, einige Wasserspiele und auch eine Installation des Stadtnamens in Khmer, was mir besonders gut gefällt. An dem Ufer befindet sich neben anderen Restaurants und Gasthäusern auch das Smile Restaurant, welches ein Teil des BSDA Smile Instituts ist.

Da wir hier ein Fahrrad haben, können wir damit die Stadt erkunden und kennen uns mittlerweile schon ganz gut aus. Damit erreichen wir nicht nur die Arbeit sehr schnell, sondern sind auch für andere Aktivitäten oder Besorgungen nicht auf eine Rikscha oder ein Tuktuk angewiesen. Das ist sehr praktisch.

In unserer Nachbarschaft befinden sich die Tempelanlagen des wat nokor bachey. Dort steht ein neues Tempelgebäude in den alten, gut erhaltenen Gemäuern eines Tempels aus dem 11. Jahrhundert, der unter Jayavarman VII. errichtet wurde. Dieses Zusammenspiel aus alter und neuer Tempelarchitektur finde ich sehr beeindruckend und schön. Besonders bewundernswert fand ich, dass apsaras und andere Ornamente in den Mauern des alten Tempels noch erhalten und vor allem wirklich gut zu erkennen sind. Um diese Tempel herum befinden sich neben Wasserbecken mit Seerosen auch viele stupa, welche Ruhestätten für Verstorbene sind.

Bisher haben wir noch nicht alle Gebäude der gesamten Tempelanlage angeschaut, aber dafür bleibt ja auch noch genug Zeit. Generell bin ich wirklich froh, dass wir uns viele Tempelanlagen angucken können, bevor wir angkor wat besichtigen. Schon von dem - im Vergleich - eher kleinerem wat nokor bachey war ich sehr beeindruckt und konnte die schöne Architektur sowie die immer noch erhaltenen Details kaum begreifen.

Nachdem wir in unser Haus eingezogen sind, haben wir zwei Nächte im Hanchey Bamboo Resort übernachtet – was auch ein Projekt von BSDA ist. Wir waren jedoch aus einem ganz bestimmten Grund dort: ein Superpopstar aus Kambodscha hat im HBR sein neues Musikvideo gefilmt und meine Projektpartnerin sollte davon Fotos für den Werbeauftritt des Resorts und BSDA machen. Es war schon lustig zu wissen, dass man einer solch bekannten und beliebten Person gegenübersteht ohne anfangs zu wissen wie diese heißt oder welche Musik sie produziert. Ich bin nun schon sehr gespannt, das fertige Musikvideo zu sehen, da wir den Filmprozess ganz genau beobachten und miterleben durften. Das Hanchey Bamboo Resort liegt etwa 20 Kilometer nördlich der Stadt auf einem Hügel, welcher einen wunderbaren Blick auf den Mekong bietet. Zur Zeit des Besuches war so viel Wasser zu sehen, dass ich gar nicht glauben konnte, dass der Großteil der überschwemmten Fläche während der Trockenzeit Reisfelder sind. Unweit des Resorts liegt der wat hanchey, welcher neben schönen Bauwerken mit tollen Malereien auch einen Tempel aus dem sechsten Jahrhundert umfasst. Von dort aus hat man einen so wunderbar weiten Blick auf den – im Moment – riesigen Mekong und die schöne Natur der Provinz. Das weitläufige Gelände dieses Tempels hätte ich mir am liebsten noch länger angesehen, da auch einige Treppen in Richtung des Mekong führten.

Von den Mitarbeitern des BSDA Smile Insituts werden wir wirklich so gut umsorgt: sie helfen uns uns in der Stadt zurechtzufinden, unterstützen uns beim ersten Einkaufen auf dem Markt und haben ein wirklich großes Interesse daran, dass wir uns in der neuen Umgebung und bei der Arbeit wohlfühlen. Wir wurden im Rahmen der Feierlichkeiten namens pchum ben vom Team zu zwei Pagodenbesuchen mitgenommen. Kurz gesagt ehrt dieses insgesamt 15-tägige kambodschanische Fest die Ahnen der Menschen und viele fahren an den vier offiziellen Feiertagen in ihre Heimat und besuchen Verwandte. Beim für mich ersten Besuch einer buddhistischen Zeremonie wurden für BSDA einige Reden gehalten und das gesamte Team hat Segnungen der Mönche erhalten. Die NGO wurde von sieben Mönchen im Jahr 2005 gegründet, weshalb die Verbundenheit zum Buddhismus immer noch stark zu spüren ist. Ich persönlich finde Pagodenbesuche sehr interessant und spannend, aber bei einer richtigen Zeremonie dabei zu sein, war eine komplett neue und absulut unbeschreibliche Erfahrung für mich. Es sind so viele neue Eindrücke, die wirklich schwer in Worte zu fassen sind. Die Angst vor einem falschen oder unbedachten Verhalten im Bezug auf religiöse Feiern ist groß, aber ich versuche dann einfach auf die anderen zu achten und mich daran anzupassen. Am darauffolgenden Tag haben wir am frühen Morgen zusammen mit einigen Teammitgliedern und Schülern des Instituts zusammen gekocht. Die fertigen Speisen wurden als Spenden für die Mönche dann am Vormittag  zur Pagode gebracht. Der zuvor gekochte Reis wurde dabei zunächst in kleine Schalen gefüllt, welche dann von jedem Teammitglied in kleinen Portionen gleichmäßig auf die Spendenschüsseln der insgesamt 70 Mönche der Pagode aufgeteilt wurden. Neben dem Mitwirken bei der Verteilung der mitgebrachten Spenden, wurden wir auch dazu eingeladen unseren Ahnen zu gedenken und mit Räucherstäbchen zu beten. Am Ende der Zeremonie haben die Mönche dann alle Spenden - welche auch Getränke, Fisch- und Fleischgerichte sowie Gebäck umfassten - verzehrt und nachdem sie fertig waren, wurden für alle Besucher Tische bereitgestellt und auch wir durften von dem mitgebrachten Essen essen.

In unserem neuen Haus fühle ich mich sehr wohl, es ist bestens ausgestattet und gut gelegen. Für mein Zimmer habe ich auch schon zwei Pflanzen gekauft und viele Bilder von meinen Freunden und der Familie aufgehangen, wodurch mir mein Zimmer sehr gut gefällt. Da unser Haus nicht weit von der Pagode entfernt ist, konnten wir während der Zeit von pchum ben an manchen Tagen fast rund um die Uhr die Gebete der Mönche hören.

Über meine genaue Aufgabe im Institut und die verschiedenen Projekte von BSDA werde ich dann in Ruhe zu einem späteren Zeitpunkt berichten.

Ich hoffe sehr, dass es euch allen gut geht und ihr die schöne Herbstzeit genießen könnt!

 

Ankunft und erste Tage in Phnom Penh

16Sept2019

Anmerkung: Die folgenden Texte sollen meine Erlebnisse wiederspiegeln, können jedoch nicht universell für das Land Kambodscha, seine Einwohner oder Kultur stehen. Eine rein objektive Sichtweise kann ich daher nicht erreichen.

06/09/19 - 11/09/19

Nach einer langen und anstrengenden Reise, welche insgesamt weit über 24 Stunden dauerte, kamen wir erschöpft, aber glücklich und aufgeregt in Phnom Penh an. Für sechs der insgesamt neun Kambodscha-Freiwilligen ging die Reise in Hamburg los. Unser Flieger startete um 21:40 Uhr und es ging zunächst ungefähr sechs Stunden lang nach Dubai, wo wir dann auf die anderen drei Freiwilligen, die von Frankfurt am Main aus flogen sind, trafen. In Dubai hatten wir dann einen kurzen Aufenthalt, bis es über Bangkok weiter nach Phnom Penh ging. Als wir in Bangkok gelandet sind, ging die Sonne gerade unter, was ein schönes Licht auf die - für mich – noch fremde Landschaft warf. Im Flugzeug mussten wir dann vor der Landung in Kambodscha noch zwei kleine Formulare für die Einreise ausfüllen. Die Pass- und Visumskontrolle funktionierte aber ohne Probleme und auch alle Gepäckstücke haben den Weg nach Phnom Penh gefunden, sodass wir am Samstagabend gegen 23:00 Uhr Ortszeit endlich ankamen.

Am Flughafen wurden wir von unserem Koordinator sehr nett in Empfang genommen und es ging mit dem Mini-Van zu den Wohnungen der Freiwilligen, die in Phnom Penh bleiben. In diesen Wohnungen - welche sich in der Nähe des psar toul tompong (Russian Market) befinden – sind auch diejenigen untergekommen, die später in anderen Städten leben werden. Nachdem wir unsere Koffer und Taschen in der Wohnung abgestellt hatten, haben wir noch zusammen einen kleinen ersten Spaziergang in unserer Nachbarschaft in Phnom Penh gemacht.

Am Sonntag, dem ersten richtigen Tag in Phnom Penh, haben wir zum Glück frei gehabt und somit die Chance bekommen, die Stadt zunächst allein zu erkunden und kennenzulernen. Nachdem alle erst einmal ausgeschlafen hatten, ging es am Mittag los.Da eine der Freiwilligen schon einmal in Phnom Penh war, konnte sie uns hilfreiche Hinweise und Ratschläge an die Hand geben. Den Verkehr betreffend ist es am besten – auch wenn die Straße sehr voll und der Verkehr schnell ist – als Fußgänger einfach langsam über die Straße zu gehen. So können die Fahrer am besten reagieren und einen umfahren. Für mich war das zunächst etwas schwer, da ich sonst immer schnell über die Straße laufen möchte. Dies wäre allerdings in den bisher erlebten Verkehrssituationen eher unvorteilhaft gewesen. Nach kurzer Zeit in Phnom Penh ist es für mich aber schon normal geworden, die Straßen auf diese Weise zu überqueren.

Nach dem Frühstück bzw. Mittag haben wir auch schon die erste Tuktuk-Fahrt unternommen und wollten uns eigentlich Jet’s Container Market anschauen, aber leider gab es diesen Markt gar nicht mehr. Unsere Enttäuschung darüber fiel allerdings nicht allzu groß aus, da es ohnehin noch viel zu entdecken gab.  Ausgehend von dem früheren Standort des Containermarkts haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht, der zur Promenade des Mekong führte. Dort sahen wir bereits viele Sehenswürdigkeiten, wie den Königspalast und die Silberpagode. Das erste Streetfood war dann nsom jeik – rote Banane mit Reis im Bananenblatt gebacken, was wirklich sehr lecker schmeckt. Anfangs war die Promenade noch relativ leer, aber später am Abend trafen sich viele Familien oder Freundesgruppen am Flussufer, um zu essen, zu spielen oder einfach nur zu reden.

Am Montag haben uns unsere Koordinatoren eine kleine Einführung in die Geschichte Kambodschas, den Buddhismus, kulturelle do’s und dont’s und die Sprache Khmer gegeben. Das war sehr interessant und ich hoffe, dass ich die Sprache in Zukunft lernen kann. Danach hatten wir wieder Freizeit und endlich auch die Chance, das Innere des psar toul tompong zu sehen. Auf diesem Markt gibt es viel zu sehen. Man kann neben Kleidung, Essen und Möbeln auch viele Kleinigkeiten sowie Souvenirs kaufen. Abends haben wir zum ersten Mal „richtiges“ Khmer-Essen im 72 probiert, einem kleinen Restaurant in der Nähe unserer Wohnungen, was super lecker war.

Zusammen mit unseren Koordinatoren haben wir dann am Dienstag eine Stadtrundfahrt gemacht. Dort konnten wir erneut viele Sehenswürdigkeiten – darunter den ältesten Tempel Phnom Penhs – sehen. Später haben wir noch den psar thmei, auch bekannt als Central Market und koh dach besucht, welche eine der Inseln im Mekong ist.  Auf der Fahrt vom Markt zu der Insel hatte einer unserer Koordinatoren eine „Überraschung“ für uns: zwei frittierte Spinnen. Obwohl wir anfangs alle geschockt waren haben es doch einige von uns – mich eingeschlossen – probiert und es hat erstaunlicherweise ausgesprochen gut geschmeckt. Auf koh dach wurde uns die Seidenproduktion anschaulich erklärt und auch der Tipp gegeben: nur Webprodukte, deren Stickerei auf beiden Seiten zu sehen ist, seien Khmer Handmade.

Am Mittwoch hatten die Freiwilligen, die in der Hauptstadt bleiben ihren ersten Arbeitstag, deshalb haben wir an unserem letzten Tag in Phnom Penh, die Stadt noch einmal frei erkunden können. Wir haben uns zusammen wat phnom angeschaut, welcher ein wunderschöner Tempel auf einem kleinen Hügel (= phnom) ist. Der Legende nach, wurde die Stadt Phnom Penh auf diesem Hügel gegründet. Heutzutage führt ein Kreisverkehr um ihn herum, allerdings ist der Tempel ringsherum durch eine kleine Grünanlage vom Verkehr abgeschirmt. Nach den Tagen in Phnom Penh, wo – ähnlich wie in vielen Großstädten - mal mehr, mal weniger Natur in den Straßen zu finden ist, war es schön mal wieder etwas mehr Grün zu sehen. Im Tempel selbst sind viele Buddha-Statuen und schöne Wandmalereien. Als kleinen Abschluss der Zeit in Phnom Penh, haben wir abends alle zusammen gegessen, bevor es dann am nächsten Tag nach Kampong Cham ging.

 

 

Bald geht es los

28Juli2019

Herzlich willkommen auf meinem Blog!

Hier werde ich über meine Zeit und die Erlebnisse in Kambodscha berichten.

Ich hoffe, dass ihr viel Spaß beim Lesen der Einträge haben werdet!

Eure Lara